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PoV: Entwicklung von Voice weltweit und in Deutschland

Voice ist der neue Kanal. Voice ist nicht gleich Smart Speaker. Voice umfasst viel mehr Möglichkeiten und Devices. Viele glauben, dass Voice die Zukunft ist. Und aus diesem Grund widmet sich dieser POV den Alexas, Siris, Googles und Cortanas dieser Welt.

Die Verschiebung von Search zu Voice hat bereits begonnen. Schon heute umfasst der Voice Traffic bereits mehr als 10 % aller Suchanfragen. Insgesamt generieren virtuelle Assistenten mehr als 50 Mrd.  Suchanfragen per Monat.

Bis 2020 werden 50 % aller Suchanfragen per Sprachsuche und 30 % aller Websessions ohne Bildschirm erfolgen. Die Durchsetzung von Voice verläuft deutlich schneller als bei vorherigen Technologien und Devices.

Was sind die Vorteile von Voice?

Schnelligkeit: Ein Mensch schafft es in einer Minute 38-40 Wörter zu tippen, jedoch kann er in der gleichen Zeit bis zu 150 Wörter sprechen. Einfachheit: kein mühsames Tippen – man kann einfach sprechen.

Erleichtern den Alltag: Während ich nach dem Wetter frage, habe ich die Hände frei, um das Abendessen zu kochen. Smart Home-kompatibel: Lampen dimmen, Heizungsthermostat steuern oder das Garagentor schließen.

Entwicklung Voice Speaker am Markt.

Die ersten Speaker sind bereits seit 2014 auf dem Markt. Aber erst 2017 wurden Voice Speaker massentauglich. Die Zahl der verkauften Devices stieg enorm und rasant an. Aktuell teilen sich Amazon Echo (rund 67 %) und Google Home (rund 25 %) die Marktanteile.

Im Q1 2018 wird Apple mit seinem HomePod auf den Markt kommen und im Laufe des Jahres auch Samsung mit einem Speaker nachziehen. Und auch Telekom plant die Veröffentlichung eines eigenen Smart Speakers. Sobald Apple und Samsung nachgezogen haben, werden wir einen umfangreichen Vergleich zur Verfügung stellen.

Auch die Produktbreite innerhalb von Amazon Echo und Google Home steigt an. Am 24. Januar erschien in Deutschland Echo Spot auf dem Markt. Er vereint die Fähigkeiten des Echo Dot mit einer Videofunktion mit Bildschirm.

Wozu werden Voice Speaker derzeit genutzt?

  • Streamen von Musik
  • Suche nach Informationen, z.B. Wetter
  • 25 % nutzen Voice für den Kauf von Produkten wie Lebensmitteln, Haushaltswaren und Kleidung
  • 16 % nutzen Voice für Zahlungen oder Geldüberweisungen

Entwicklung Voice am Markt.

Alexa und die anderen Sprachassistenten werden in immer mehr 3rd Party Devices eingebaut. Dazu zählen Kopfhörer, Smartwatches, Fitnessarmbänder, Headsets, Ohrstöpsel, Mikrowellen und Backöfen. In Kürze erscheint die erste Brille mit Alexa-Integration.

Damit die Wearables Alexa nutzen können, ist allerdings zwingend ein verbundenes Smartphone erforderlich, auf dem die eigentliche Alexa-App läuft. Diese muss eine Internetverbindung haben, damit Alexa funktioniert. Amazon verspricht, dass die Geräte alle Sprachfunktionen nutzen können, die über Alexa Voice Service (AVS) verfügbar sind.

Alexa wird auch in die Fahrzeuge von BMW integriert, während Mercedes einen eigenen Sprachassistenten in ihren Wagen verbaut. Er wird mit „Hey Mercedes“ aktiviert. Dabei soll man nicht unbedingt ganz präzise Befehle wie „stelle die Temperatur auf 23 Grad“ geben müssen – es soll reichen, zu sagen: „Hey Mercedes, mir ist kalt.“

Ausblick.

Die Technik-Messe CES 2018 in Las Vegas hat gezeigt, dass wir uns intensiver mit Voice beschäftigen sollten. Die Sprachassistenten werden in nahezu jedes elektronische Gerät einziehen, bei dem man sich auch nur ansatzweise eine sinnvolle Sprachsteuerung vorstellen kann.

Samsung beispielsweise hat seinen Sprachassistenten „Bixby“ in seine Family Hub-Konsole im mit dem Internet verbundenen Kühlschrank implementiert. Die Family Hub-Konsole bietet u.a. eine Food Cam, ein Phone und TV Mirroring und eine Rezepte App. Mit diesem Vorgehen macht Samsung all den Produktanbietern Hoffnung, die nicht mit GAFA kooperieren möchten. Samsung möchte Zugriff auf die Kunden-Data haben, um damit eine tiefere und anhaltende Beziehung zu den Kunden aufzubauen und dabei nicht abhängig von den Walled Garden Google, Amazon, Apple und Microsoft zu sein.

In Deutschland beherrscht Alexa zurzeit rund 2.500 Skills, lernt aber ständig dazu. In 2018 wird ausgelotet werden, wie man die smarte Assistentin und ihre Konkurrenten zur Kundenansprache nutzen kann.

Amazon plant derzeit ein Alexa Mobile Accessory Kit mit dem der Aufwand für Entwickler, die Alexa in ihre 3rd Party Devices einbauen möchten, reduziert werden soll. Alexa Voice Services (AVS) unterstützt zusätzlich bei der Integration von Alexa in Devices. Alexa Skills Kit (ASK) unterstützt beim Bau von Skills.

Innerhalb der Agenturgruppe wurden in 2017 bereits zwei Skills für Kunden umgesetzt. Zum einen für einen FMCG-Kunden und zum anderen für einen Investment-Kunden. Für den FMCG-Kunden kann Alexa Rezeptempfehlungen anhand genannter Zutaten machen. Damit soll er für den Kunden im richtigen Moment relevant werden. Ähnliche Konzepte kann man sich auch für andere Marken vorstellen.

Was bedeutet die Zukunft von Voice für Marken?

  • Sie müssen auf den Sprachassistent-Plattformen präsent sein und dem Kunden Mehrwert-Services anbieten.
  • Die Produktsuche muss auf die Sprachsuche hin optimiert werden.
  • Händler müssen die Sprachassistenten in der Customer-Journey als Touchpoint berücksichtigen und sprachgesteuerte Strategien – idealerweise bis hin zum Checkout – entwickeln.

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